Wenn es um Luxus und Edelfahrzeuge geht, dann denkt man sofort an Großbritannien. Unter den vielen Marken, die serienmäßig mächtige Chrompaläste für einige hundert tausend Euro vertreiben, gehört auch Bentley. Bentley Motors Ltd. wurde 1919 von dem begeisterten Autoenthusiasten Walter Owen Bentley gegründet. Sein erstes Fahrzeug entpuppt sich gleich als ein technisches Wunder – der 3L fährt mit einer Geschwindigkeit von 100 Meilen pro Stunde, die für die damaligen Verhältnisse eine richtige Sensation ist.
Obwohl die Bentleys-Fahrzeuge schnell das Publikum begeistern, leiden die Verkaufszahlen unter den Effekten der Wirtschaftskrise. 1931 sieht sich das Unternehmen dazu gezwungen, Konkurs anzumelden, und wird anschließend von seinem größten Konkurrenten Rolls Royce übernommen. Unter der neuen Schirmherrschaft wird die Produktion von Bentley-Fahrzeugen massiv ausgebaut. 1952 erscheint das sportliche Modell ”Continental“, mit dem der Durchbruch auf dem Markt endlich realisiert wird.
Lange Zeit verfolgt Rolls Royce eine merkwürdige Strategie – es werden fast baugleiche Modelle unter zwei verschiedenen Marken verkauft. Der sportliche Charakter der Bentleys scheint beinahe für immer gestorben zu sein, als in den 80ern der Bulsanne Turbo und der Bentley Turbo R die Legende wieder ins Leben rufen. Seitdem beginnt auch der Siegeszug der Marke – die Verkaufszahlen steigen stetig an und in den frühen 90ern übersteigt Bentleys Umsatz zum ersten Mal die Zahlen von Rolls Royce. 1998 kommt es schließlich zur Trennung der zwei Edelmarken und während Rolls Royce von BMW gekauft wird, wird Bentley in den Volkswagen-Konzern integriert.
Das neue Jahrhundert scheint eine positive Wende für den traditionsreichen britischen Hersteller zu bringen – zusammen mit Audi gewinnt Bentley 2002 zum sechsten Mal in seiner Unternehmensgeschichte das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Im darauf folgenden Jahr regiert wieder eine Marke bei dem Rennen – Bentley. Zum aktuellen Produktkatalog des Herstellers gehören nur wenige Exklusivfahrzeuge, die sich durch eine höchst moderne Technologie und edle Verarbeitung auszeichnen.
1919 Gründung der Bentley Motors Ltd. durch Walter Owen Bentley.
Präsentation des ersten britischen Sportwagens (Bentley 3l) auf der Londoner Automobilausstellung
1924 Sieg von J. Duff und F. Clement in der in Le Mans im Bentley 3 Liter.
1926 Das Nachfolgemodell Bentley 6 ½ l wird fertiggestellt.
1927 Sieg von D. Benjafield und S. Davis und F. Clement in Le Mans im Bentley 4 ½ Liter
1929 Sieg von W. Barnato und H. Birkin in Le Mans im Bentley Six Speed Beginn der Weltwirtschaftskrise; Bentley setzt aber weiterhin auf Luxuswagen.
1930 Erneuter Sieg in Le Mans durch W. Barnato und G. Kidston im Bentley Six Speed
1931 Nach Rückzug sämtlicher Investoren muss Bentley Konkurs anmelden und das Unternehmen wird an den Konkurrenten Rolls Royce verkauft
1933 Verlegung der Fertigung nach Derby. Die so genannten Derby-Bentleys, der 3 ½ Liter und der 4 ½ Liter einstehen
1945 Umzug von Bentley und Rolls Royce nach Bentley
1952 Einführung der Bezeichnung Continental für die besonders sportlichen Ableger der Serienmodelle. Der Bentley R-Type wird der schnellste viersitzige Sportwagen der Welt
1955 Die Bentleys und Rolls Royce werden in fast Baugleichen Serien veröffentlicht; der Absatz von Bentley-Fahrzeugen beginnt zu sinken.
1965 Der T-Type sorgt mit seinen technischen Innovationen (Scheibenbremsen, selbsttragende Karosserie, u.ä.) für Aufmerksamkeit.
1971 Firmengründer Walter Owen Bentley stirbt.
1979 Nur noch 7 Prozent der Fahrzeuge bei Rolls Royce werden als Bentleys verkauft
1980 Der Bentley Mulsanne erscheint.
1982 Mit der Turbovariante des Mulsanne beginnen die Verkaufszahlen wieder zu steigen.
1985 Der Bentley Turbo R etabliert Bentley wieder als sportliche und zugleich luxuriöse Marke
1990 Mehr Bentleys als Rolls Royce verlassen die Werke des Herstellers.
1998 Das Unternehmen Rolls Royce wird an VW verkauft. Das Markenrecht "Rolls Royce" geht an BMW. Somit ist sind beide Marken wieder Konkurrenten.
2001 Bentley nimmt mit dem EXP Speed 8 nach 70 Jahren erstmals wieder am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil.
2003 Doppelsieg in Le Mans mit dem Team Kristensen/Capello/Smith auf dem ersten und Team Herbert/Brabham/Blundell auf dem zweiten Platz.